Trotz des verzeichneten wirtschaftlichen Aufschwungs, müssen immer mehr Menschen mit Hartz-4 ihr Gehalt aufstocken. Ein typischer Fall von Missbrauch des Sozialstaates. Nur das es nicht die Arbeiter, sondern viele Unternehmer sind, die ihre Lohnkosten mit dem Hinweis, der Angestellte könne ja Hartz-4 dazu beantragen, senken. So arbeiten 40 Prozent aller sogenannten Aufstocker im Osten für weniger als 5 Euro pro Stunde. Im Westen waren es immerhin noch dreißig Prozent. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat jetzt die Zahlen der Aufstocker für die neuen Bundesländer bekannt gegeben. Demnach stieg die Zahl von 3,3 Prozent im Jahr 2005, auf 5,1 Prozent für 2009. In den alten Bundesländern hat sich die Zahl im gleichen Zeitraum von 1,1 auf 2 Prozent fast verdoppelt. Für Aufstocker ist das Armutsrisiko fast doppelt so hoch, wie für Angestellte, die zusätzliches Geld vom Sozialamt nicht nötig haben. Diese Zahlen sollten eigentlich die Diskussion um den Mindestlohn neu beleben können.