Inzwischen hat China wirtschaftlich aufgeholt. Selbst Länder wie Deutschland und Japan, die auf eine wesentlich längere technische Entwicklungszeit zurück blicken können, wurden inzwischen vom Land der Mitte überholt. Der Unterschied zwischen den Löhnen der Angestellten und damit dem Lebensstandard der Bevölkerung ist aber immer noch enorm groß. Jetzt hat die Regierung Chinas einen Mindestlohn von umgerechnet mindestens 128 Euro festgelegt. Das ist die erste staatlich geforderte Lohnerhöhung seit vielen Jahren. Bisher war lediglich in den wohlhabenden Gegenden an der Küste ein höherer Lohn gefordert worden, was wohl in erster Linie dem Druck der Tourismus-Industrie geschuldet war. Erstmals wurde auch in den unbekannten Provinzen des Landes für eine Entlohnung gesorgt, die zumindest das Überleben der Arbeiter und Angestellten sichert. Die Produktivität des Landes wächst allerdings noch immer wesentlich schneller, als die Löhne. Das ist auch so erwünscht. Denn nur so lassen sich Investoren aus dem Ausland locken, ihre Produktion nach China zu verlegen. Doch China ist nicht das einzige Schwellenland, dass sich gerade in die Top Ten der Wirtschaftsmächte katapultiert. Langfristig werden auch die Chinesen erkennen müssen, dass nur eine gute Qualität langfristige Exporterfolge garantiert. Diese ist aber mit einem Verdienst auf so niedrigem Level nicht zu erreichen.