Koch gibt Amt als Ministerpräsident auf
Roland Koch, der hessische CDU-Ministerpräsident hat überraschend seinen Rücktritt eingereicht. Einen speziellen Anlass nannte er nicht. Er wolle sich aus der Politik zurückziehen, so lange er noch in der Lage ist, eine andere berufliche Laufbahn einzuschlagen. Nach eigenen Angaben hat Roland Koch vor, in die Wirtschaft zu wechseln.
Auch seine anderen politischen Ämter gibt er auf. Koch gab an, sein Ziel sei gewesen, langfristig eine bürgerliche Mehrheit in Hessen zu stabilisieren. Das sei jetzt erreicht. Kanzlerin Merkel drückte ihr Bedauern über die Entscheidung aus. Roland Koch war ein zuverlässiger Vertreter der Konservativen Teile der CDU und hat oftmals ausgesprochen, was seine Kollegen nur heimlich dachten. Geliebt wurde er dafür allerdings nicht. Seine letzten Forderungen, die geplanten Zuschüsse für bessere Bildung zu streichen, stieß bei der Opposition ebenso, wie bei seinen Parteifreunden auf Widerstand. Allerdings betonte Koch ausdrücklich, dass er nicht im Streit gehe.
[...] der Frage, ob die Menschen in Deutschland den Rücktritt Kochs positiv oder negativ finden, sagten lediglich 21 Prozent, dass sie die Entscheidung [...]
[...] Althaus, Günther Oettinger, Roland Koch, Christian Wulff und Jürgen Rüttgers. Alle aufgezählten Politiker gehören den Christdemokraten [...]
[...] Roland Koch, der Ende August von seinem Amt als Ministerpräsident Hessens zurück getreten ist, wird jetzt der neue Vorstandschef der Baufirma “Bilfinger Berger“. Dafür hat sich der Aufsichtsrat des Unternehmens einstimmig entschieden. Der ehemalige CDU-Politiker freut sich über diese Berufung. Kritik daran weißt er zurück. In einem Interview gibt er an, dass er diesen Wechsel von einem politischen Amt in die Wirtschaft “sehr gut verantworten” könne. Die seiner Meinung nach in Deutschland vorhandene Tendenz, Politik und Wirtschaft zu verwechseln wäre kontraproduktiv. Trotzdem wies er noch darauf hin, dass vor seinem Abgang aus der Politik keine Verhandlungen mit der Baufirma statt gefunden hätten. Natürlich ist es schwierig für Politiker, nach einer Tätigkeit im Licht der Öffentlichkeit eine Arbeit zu finden, die ihren Erfahrungen gerecht wird und es ihnen ermöglicht, möglichst unbehelligt zu leben. Ein Zurück in ein “normales” Leben, so wie sich das viele Wähler wünschen, kann es für einen ehemaligen Prominenten nicht geben. Das aber Wechsel in höhere Positionen der Wirtschaft immer auch mit einem oft exorbitant höherem Gehalt verbunden sind ist zwar unvermeidlich, hinterlässt aber auch einen schlechten Nachgeschmack in der Bevölkerung, da diese Entlohnung nicht aus Altruismus, sondern aus der Hoffnung heraus angeboten wird, dass die während der politischen Laufbahn entstandenen Kontakte sich für die Unternehmen finanziell auszahlen. Eine schwierige Situation, die sich bisher nicht optimal lösen lässt. [...]