„Mars 500“ – Big Brother für die Wissenschaft

Ein bemannter Marsflug ist das nächste große Ziel, dass die ESA zusammen mit der amerikanischen NASA durchführen möchte. Ein so ehrgeiziges Projekt wird nach Meinung von Experten zeitigstens in fünfzehn bis zwanzig Jahren möglich sein. Die Vorbereitungen dafür laufen aber bereits. Jetzt sollen die Einflüsse eines Fluges zum Mars auf eine zukünftige Besatzung, unter möglichst realistischen Bedingungen simuliert werden. Im Projekt „Mars 500“ sind seit zwei Wochen sechs Menschen für 520 Tage, das ist die Dauer, die für einen solchen Flug berechnet wurde, in einen Raumschiffnachbau eingesperrt.

In einem 180 Quadratmeter großem Container in Moskau, werden die sechs Männer für circa eineinhalb Jahr zusammen leben. Drei Russen und je ein Franzose, Chinese und Italiener wurden für diese Mission ausgewählt. Die Teilnehmer können, genau wie bei einem tatsächlichen Raumflug, nur über E-Mail und Funk Kontakt zur Außenwelt halten. Ein wichtiges Problem bei einem so langen Zusammenleben auf engem Raum ist, wie sich das auf die Psyche der Probanten auswirken wird. Bernd Johannes, vom Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt erklärt: „Die Frage ist nicht, ob hier mal jemand aggressiv wird oder nicht. Der Zeitpunkt wird kommen. Die Frage ist, wie geht die Mannschaft damit um? Wie werden Konflikte innerhalb der Crew gelöst und welche Rückwirkung hat das auf die Gruppenstruktur?

Aber auch die Auswirkungen auf das Immunsystem und die Leistungsfähigkeit sollen hier untersucht werden.

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