Erneut Steuersünder-Datei gekauft

Und wieder geht das große Zittern für Steuersünder los. Allerdings nur für die Großen, die es sich leisten konnten ihr Geld in der „sicheren“ Steueroase Schweiz anzulegen. Münster Steuerfahnder haben für knapp eineinhalb Millionen Euro die Daten von Kunden der Schweizer Bank „Julius Bär“ gekauft. Der Verkäufer versichert dabei, dass es ihm um Gerechtigkeit und nicht um eine rechtlich unakzeptable Geldquelle ging. Das von der Steuerfahndung gezahlte Geld spendete er an einen Haiti-Hilfe-Verein. Die finanziellen Transaktionen von 200 deutschen Anlegern befinden sich auf der verkauften CD, die bereits seit Mitte des Jahres im Besitz der Steuerfahndung ist, was aber erst jetzt bekannt wurde. Der Vorsitzende des Bezirksverbandes der Deutschen Steuergewerkschaft Heinz Katerkamp, begrüßte den Kauf der Daten: „Wenn eine CD gekauft worden ist, dann müsste das Geld dafür vom Finanzministerium in Düsseldorf zur Verfügung gestellt worden sein“. Doch weder die Oberfinanzdirektion Münster, noch die betroffene Bank wollten dazu Stellung nehmen. Bekannt geworden war das Datenleck schon Anfang des Jahres, was zu fast 5000 Selbstanzeigen seit Februar geführt hat. Es ist natürlich für alle Beteiligten eine prekäre Situation. Gerade in der heutigen Zeit, in der neue Richtlinien festgelegt werden müssen um die Gefahr des „gläsernen Menschen“ zu bannen, ist die staatlich abgesegnete Unterstützung eines so gravierenden Datenmissbrauchs heftig umstritten. Doch das Mitleid mit den Betroffenen hält sich in Grenzen.

Ein Gedanke zu „Erneut Steuersünder-Datei gekauft

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