Politik-Schlagabtausch in WahlArena 2010

Am Abend strahlte der Westdeutsche Rundfunk das zweite Fernseh-Duell aus. Diesmal jedoch kamen neben Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und SPD-Kandidatin Hannelore Kraft auch noch FDP-Spitzenkandidat Andreas Pinkwart, Grünen-Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann und Linken-Landeschef Wolfgang Zimmermann zu Wort.

Aus zwei mach fünf und schon geht es zur Sache. Waren die Politiker auf Seiten der CDU und SPD am Montag noch im Zweierduell in Seide gehüllt, ging es am Mittwoch Abend heiss her. Die Hauptthemen, die von den Zuschauern im Saal vor der Sendung ausgesucht wurden, waren die Bildungspolitik und Arbeit und Soziales.

Bei diesen Themen mussten die Meinungen der fünf Politiker auseinander gehen, dahingehend wurde sehr scharf duelliert. Oftmals wurden die Redner unterbrochen und die Moderatoren mussten die Protagonisten wieder in die Bahn bringen.

Beim Thema Bildungspolitik möchte die jetzige Regierung aus Schwarz-Gelb das dreigliedrige Schulsystem aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium behalten. Die drei anderen Parteien möchten hingegen die Gesamtschulen nach skandinavischem Vorbild ausbauen. „Kinder haben keine gleichen Chancen, wenn sie bereits nach der 4. Klasse separiert werden“, äußerte sich Wolfgang Zimmermann von den Linken.

Beim Thema Arbeit und Soziales ging es dann teilweise sehr heftig zu. CDU-Politiker Rüttgers attakierte Rot-Grün zu den Hartz IV-Gesetzen, die seine Partei allerdings im Bundesrat mitbestimmte. Die CDU ist deutlich gegen die Mindestlöhne, SPD, Grüne und Linke wollen diese flächendeckend einführen.

Die teilnehmenden fünf Abgesandten der Parteien haben einen unterschiedlichen Eindruck hinterlassen. „Landesvater“ Rüttgers versuchte erneut mit rhetorischen Mitteln an die Gefühle der Zuschauer zu gelangen. FDP-Politiker Pinkwart grinste seine Antworten und Hannelore Kraft versuchte sich gegen die Vorwürfe der Parteien zur Wehr zu setzen, was nicht immer gelang.

Grünen-Politikerin Löhrmann machte einen relativ harmlosen, aber dennoch fachlich korrekten Eindruck. Zimmermann von den Linken war der einzige, der die verbalen Attacken der anderen Parteien nüchtern kommentierte. Er hat die beste Ausgangsposition bei der Wahl, denn die Linke hat nicht zu verlieren.

Typisch Politik war dann wieder am Ende der Sendung zu sehen. Die Frage nach den möglichen Koalitionen beantwortete jeder mit seiner Wunschvorstellung. Knapp 80 Prozent der Zuschauer wünschten sich eine klare Aussage der Parteien vor der Wahl. Auf den Wunsch gehen die Politiker jedoch nicht ein. Scheinbar zählt der Wählerwunsch nicht…

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