Atomdebatte nun auch in der Regierungskoalition

Immer mehr Politiker der Regierungskoalition, sprechen sich jetzt, während der schweren und noch immer nicht ausgestandenen Katastrophe im Atomkraftwerk in Fukushima, für einen raschen Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland aus. Zu spät um die Gunst der Wähler aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zu gewinnen, fürchten die Regierungsparteien inzwischen, dass sich der Protest der Bürger gegen die Verlängerung der AKW-Laufzeiten auch auf die nächste Bundestagswahl auswirken könnte. Jetzt forderte auch der FDP-Generalsekretär Christian Lindner, dass die vorübergehend abgeschalteten Atomkraftwerke dauerhaft stillgelegt werden sollen. Wie der Parteisprecher in Berlin bekannt gab, votiert die FDP für eine baldige Vereinbarung über die Abschaltung der Reaktoren mit der Atomindustrie, um so schnell Rechtssicherheit zu schaffen. Das die Gefahr nicht nur von den älteren Atommeilern ausgeht, hat die Pannenserie des AKW Krümmel gezeigt, dass zu der neuen Reaktorgeneration gehört. Die CDU wehrt sich dagegen noch immer gegen eine Kehrtwende in ihrer Energiepolitik und verweisen auf die dreimonatige Auszeit für die sieben ältesten Atommeiler, in der die Sicherheit der Anlagen überprüft werden sollen. Erst danach, soll entgültig entschieden werden, ob die Reaktoren komplett vom Netz genommen, oder weiter genutzt werden dürfen. Inzwischen schließen sich auch erste CDU-Politiker den Forderungen der Wähler an. So sagte der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister in einem Interview dem „Hamburger Abendblatt“; „Wir sollten schneller auf die Kernenergie verzichten, als das bislang geplant ist“. Auch der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach hält eine erneute Inbetriebnahme der sieben ältesten deutschen Atommeiler für falsch, da dies von den Menschen als Vertrauensbruch wahrgenommen würde. Allerdings betreffen die CDU-internen Unstimmigkeiten bisher ausschließlich die Nutzung der ältesten AKW. Ein Ausstieg aus der gerade erst beschlossenen Verlängerung der Laufzeiten, ist dies nicht. Tatsächlich könnte das Abschalten der alten Meiler zu einer längeren Laufzeit als geplant führen, da die durch die Stillegung wegfallenden Laufzeit-Jahre dann einfach auf die Laufzeiten der jüngeren Reaktoren aufgeschlagen werden dürften.

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