Bundesregierung spart Lohnkosten durch Einsatz von Praktikanten

Nicht nur private Unternehmen, auch die Regierung beschäftigt immer häufiger Praktikanten, die nicht bezahlt werden. Fast alle Bundesministerien greifen auf diese unbezahlten Arbeitskräfte zurück. Das ergab eine Anfrage der Grünen. In 14 verschiedenen staatlichen Ressorts erhalten Praktikanten keine Vergütung für ihre Arbeit mehr. Lediglich das Innenministerium und das Justizministerium entlohnen ihre Praktikanten mit Summen zwischen 50 und 500 Euro. Dabei handelt es sich allerdings um Pflichtpraktikanten, die im Rahmen ihrer Ausbildung ein Praktikum leisten müssen. Das deutsche Berufsbildungsgesetz legt fest, dass solche Praktikanten keine Bezahlung erhalten. Trotzdem warfen die Grünen der Regierung „unanständige Praxis“ vor, die schlechten Bedingungen in der Wirtschaft Vorschub leistet. Sie forderten, dass Regelungen zum Schutz der Praktikanten eingeführt werden müssen, die Inhalt, Dauer und die Höhe der Vergütung regelt. Bereits jetzt ist in vielen Behörden und Firmen zu beobachten, dass immer häufiger reguläre Arbeitsstellen von unbezahlten Praktikanten besetzt werden. Die Regierung müsse hier mit gutem Beispiel voran gehen. Statt dessen waren allein 2008 achtzig Praktikanten nur im Familienministerium beschäftigt, die nach Beendigung ihres Studiums bis zu sechs Monate lang ohne Bezahlung gearbeitet haben. Andere Ministerien, wie das Auswärtige Amt, haben im Jahr weit über 800 kostenlose Praktikanten, die Arbeiten verrichten, die normalerweise bezahlten Arbeitskräften vorbehalten ist.

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