Die Bahn ist winteruntauglich…

Der frühe Wintereinbruch hat den ohnehin nur seltenst pünktlichen Bahnverkehr noch weiter beeinträchtigt. Obwohl der Winter noch keine sechs Wochen dauert, sind bereits jetzt 40 Prozent der Nahverkehrszüge und 80 Prozent der Fernverkehrszüge unpünktlich, oder fallen sogar ganz aus. Die Ministerien der Bundesländer müssen sich am kommenden Montag mit dem „Winterchaos“ der Bahn beschäftigen. Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger bezeichnet die Probleme mit dem Nahverkehr als „unhaltbar“, während sein Amtskollege Jörg Bode von einer „Situation, die nicht mehr zu akzeptieren ist“ spricht. Der offizielle Pressesprecher der Bahn hält das für übertrieben. Seiner Ansicht nach kamen im gesamten Vorjahr 90 Prozent der Züge pünktlich an ihr Ziel. Doch das ist nur die offizielle Version. Der „Tagesspiegel“, dem ein anonymes Interview mit einem einflussreichen Bahn-Manager gelang, zitiert diesen mit den Worten, die Bahn sei „geschockt“ von den schlechten Pünktlichkeitswerten, die es so noch nie gegeben hätte. In einem Positionspapier der BAG heißt es: „Seit dem Wintereinbruch häufen sich Ausfälle und Verspätungen. Und nicht nur der viel thematisierte Fernverkehr, sondern vor allem der Personennahverkehr ist von zum Teil massiven Qualitätsproblemen betroffen.“ Die Überraschung dürfte auf allen Seiten gespielt sein. Es ist kein Geheimnis, dass die Mitarbeiterreduzierung der letzten Jahre nicht nur die Gewinne der Bahn erhöht haben, sondern auch durch fehlende Wartung und Wintervorbereitung für die jetzt so massiv auftretenden Ausfälle sorgen.

Ein Gedanke zu „Die Bahn ist winteruntauglich…

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