Ein Gutenberg ohne Doktor…

Guttenberg verzichtet – leider nur auf einen Doktortitel, der ihm ohnehin nicht zusteht. Nachdem er erst in der vergangenen Woche beteuert hat, seine Doktorarbeit nach bestem Wissen und Gewissen selbst erarbeitet zu haben, er am Samstag noch hoffte, mit einem vorübergehendem Verzicht auf die Anrede Doktor davon zu kommen, hat er jetzt die Universität Bayreuth gebeten, ihm seinen Doktortitel abzuerkennen. Rührend, wenn man außer Acht lässt, dass der ihm ohnehin aberkannt wird. Inzwischen sind auf zwei Drittel aller Seiten nicht gekennzeichnete Zitate, oder Textstellen gefunden worden, die eindeutig von anderen Autoren stammen. Doch noch immer weist Guttenberg die Plagiatsvorwürfe als „abstrus“ zurück und spricht lediglich von „Fehlern“, die er begangen hätte. Bisher hat er damit auch noch erschreckend viel Erfolg. Zwar ist mittlerweile beim Großteil der Bevölkerung angekommen, dass es nicht erstrebenswert ist wenn sich jeder Hochstapler Doktor nennen darf und damit durchkommt, doch die Mitglieder der CDU und der CSU, einschließlich der Kanzlerin, stehen noch geschlossen hinter ihm. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, ist er doch so ziemlich der Einzige, dem es im letzten Jahr gelungen ist, ein wenig Sympathie bei den Wählern zu erringen. Das damit nun Schluss ist, haben die Verantwortlichen scheinbar nicht begriffen. Derzeit untersucht zwar noch ein Prüfungsausschuss die Doktorarbeit des Ministers, aber auch mit dem größten Wohlwollen wird es diesem nicht gelingen, den vorliegenden Betrug als lässliche Sünde zu beurteilen. Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich durch Betrug einen Doktortitel erschlichen. Damit ist er als Politiker, als Entscheidungsträger für Deutschland, nicht mehr tragbar. Nur eine weitere Nachricht ist in dieser Sache angemessen – „Guttenberg tritt von seinen Ämtern zurück“.

Ein Gedanke zu „Ein Gutenberg ohne Doktor…

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