Hertie-Stiftung unterstützt Jugendliche

Noch immer schneiden Kinder mit Migrationshintergrund im Bildungsvergleich wesentlich schlechter ab, als ihre gleichaltrigen Mitschüler, deren Eltern in Deutschland geboren sind. Das hat viel mit Sprachschwierigkeiten in den ersten Schuljahren zu tun, die oft prägend für die weitere schulische Entwicklung werden. Die gemeinnützige Hertie-Stiftung hat ein Studienprogramm aufgelegt, mit dem Jugendliche die ausländische Wurzeln haben unterstützt werden sollen. Heute Mittag wurden im Dresdner Kulturrathaus acht gesellschaftlich engagierte Jugendliche mit diesem kleinen „Stipendium“ für ihre bisherigen Bemühungen ausgezeichnet. Sie erhalten in diesem Rahmen einen Laptop mit Internetanschluss, 100 Euro Bildungsgeld pro Monat und werden zu verschiedenen Seminaren über Politik und Persönlichkeitsbildung eingeladen. Insgesamt 34 Jugendliche Sieben- bis Zehnklässler, sollen durch dieses „START“-Programm unterstützt werden.

Sicher, die Kids freuen sich bestimmt über einen neuen PC und die 100 Euro Büchergeld findet auch Jeder klasse. Aber wo ist der Nutzen für die Kinder, die die Auswahlkriterien nicht erfüllen? Wie soll dieses Programm helfen, Jugendlichen bessere Bildungschancen zu eröffnen? Die Kinder müssen sich, um ausgewählt zu werden, selbst bewerben. Sie müssen mindestens einen Notendurchschnitt von 2,5 aufweisen und vor allem müssen sie bereits „engagiert“ sein. Und das trifft genau auf jene Jugendlichen zu, die bereits durch die Eltern oder Freunde so weit unterstützt worden sind, dass sie Spaß am Lernen und gute Chancen auf einen erfolgreichen Berufsweg haben. Diesen Kindern Seminare für „Persönlichkeitsbildung“ anzubieten, ist fast schon ein wenig demütigend. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass diese Aktion lediglich Alibifunktion hat, denn die tatsächlichen Problemfelder werden nicht einmal gestreift.

Den Kids die sich für diese Unterstützung qualifizieren konnten, wünsche ich trotzdem alles Gute und viel Spaß mit den neuen Laptop. „Einem geschenkten Gaul….“ 😉

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