Nachfolger für Walter Mixa ernannt

Überraschend schnell, hat der Vatikan einen Nachfolger für den aus dem Amt geschiedenen Bischof Walter Mixa gefunden. Wie das Bistum Augsburg mitteilte, soll der Görlitzer Bischof Konrad Zdarsa, am 23. Oktober offiziell Nachfolger des zurückgetretenen Bischofs Mixa werden. Josef Grünwald, der bis dahin die Leitung des Bistums stellvertretend übernommen hat, zeigt sich erfreut über die Wahl und bezeichnet Zdarsa als erfahrenen Seelsorger mit Erfahrung in der Verwaltung eines Bistum. Normalerweise dauert es ungefähr ein Jahr, bis ein neuer Bischof eingesetzt wird. Die ungewöhnlich rasche Entscheidung des Papstes, wird als Zeichen gewertet, dass die Brisanz der Situation in Augsburg, ausgelöst durch die sich häufenden negativen Schlagzeilen über Walter Mixa, in Rom erkannt und ernst genommen wird.

In einem ersten Interview, hat sich der zukünftige Augsburger Bischof, wie nicht anders zu erwarten, von seinem Vorgänger distanziert und darauf hingewiesen, dass er auch in der Gemeindearbeit andere Ziele propagiert, als Jener. Besonderen Wert legt er auf den Dialog zwischen allen christlichen Konfessionen. „Wir könnten unglaublich mehr miteinander tun als das, was wir bislang tun. Wir müssen nicht gleich den fünften Schritt vor dem ersten tun und gemeinsames Abendmahl feiern. Aber es gibt eine große Sehnsucht nach Einheit.“ Er versucht einen Schlussstrich unter die Affäre Mixa zu ziehen und hofft auf einen „kommunikativen Neuanfang“. Dafür will er versuchen mit den Menschen im Bistum zu reden um das gegenseitige Kennenlernen zu fördern. 1,5 Mio. Katholiken hat sein neuer Wirkungskreis. Bisher leitete er das kleine Bistum Görlitz, mit nur 30.000 Gläubigen. Zdarsa fordert die Menschen in seinem Interview auf, für die Missbrauchsfälle nicht die gesamte Kirche verantwortlich zu sehen. „Jeder Missbrauchsfall ist einer zu viel„, meinte er dazu, „aber man muss auch die Relationen sehen.“ – sein bisher einziger Fauxpas, ist die Kirche doch auf blinden, da nicht begründbaren, Gehorsam seitens ihrer Anhänger angewiesen. Die schnelle Entscheidung des Vatikan für diesen Nachfolger, lässt auch nicht auf einen zu erwartenden Paradigma-Wechsel schließen. Den können immer noch, nur die zahlreichen Mitglieder der Kirche herbeiführen. Ob die eher verhaltene Reaktion auf den Vertrauensmissbrauch, in Bayern auf tatsächlich vorhandenen Glauben, oder auf Desinteresse beruht, wird sich wohl erst in ein paar Jahren, anhand der stattgefundenen oder versäumten, christlichen Erziehung durch das Elternhaus zeigen.

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