Schweden stimmt gegen Atomausstieg

Die Abstimmung war knapp; mit 174 zu 172 Stimmen hob der Stockholmer Reichstag das vor dreißig Jahren beschlossene Bauverbot für Atomkraftwerke wieder auf. Ein herber Rückschlag, für die Gegner der Atomkraftwerke. Schwedens Umweltminister Andreas Carlgren begründet die Entscheidung, mit der Sorge um das Klima: „Vor ein paar Monaten hat die Bedrohung des Klimas die Umweltdebatte beherrscht. Jetzt ist es die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko. Wir müssen die Abhängigkeit von Öl und fossiler Energie beenden.“

Wie in Deutschland, waren es auch in Stockholm die Liberalen und Christdemokraten, die sich für einen Ausstieg vom Ausstieg eingesetzt hatten. Die Parteichefin der Grünen, Maria Wetterstrand warnt: „Mit dieser Entscheidung machen wir uns für 100 Jahre von der Kernkraft abhängig. Und für 100 000 Jahre erlegen wir den folgenden Generationen auf, dass sie mit den Gefahren des Atommülls leben müssen.“

Eine Erweiterung der Erzeugung von Atomstrom in Schweden geht damit aber nicht einher. Ein neues Atomkraftwerk darf jeweils nur nach der Schließung eines bereits bestehenden Kraftwerkes gebaut werden. Die zehn Atomreaktoren Schwedens decken in etwa die Hälfte des gesamten Strombedarfs des Landes. So begrüßten erwartungsgemäß die großen Energiekonzerne wie Vattenfall, E.on und Votum, die für sie so lukrative Entscheidung, während Umweltorganisationen wie Greenpeace Protestaktionen ankündigten.

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