„Wegwerfarbeiter“ Standard in AKWs?

Als über das Reaktorunglück in Fukushima berichtet wurde, kam auch heraus, dass der AKW-Betreiber Tepco, regelmäßig billige Leiharbeiter für die mit starken Strahlenbelastungen verbundenen Arbeiten einsetzt und diese im Anschluss, sobald die Arbeiter einen Grenzwert an Strahlung ausgesetzt waren, gegen neue Billigarbeiter austauscht. Als „Wegwerfarbeiter“ werden sie von der Tepco – Betriebsleitung bezeichnet. Was bei Tepco beanstandet wurde, ist allerdings auch in europäischen und deutschen AKW normaler Alltag. Auch hier werden für gefährliche Arbeiten Leiharbeiter eingesetzt, die einer doppelt so hohen Strahlung ausgesetzt werden, als die teureren fest angestellten Arbeiter der Atomkraftwerke. Eine Anfrage der Linken ergab, dass 2009 in 17 Leichtwasserreaktoren rund 6000 Mitarbeiter fest angestellt waren. Im gleichen Zeitraum arbeiteten 24.000 Mitarbeiter als Fremdpersonal in den AKW. Während für die Festangestellten die durchschnittliche Strahlenbelastung 0,28 Millisievert beträgt, dürfen die Leiharbeiter mit 0,53 Millisievert belastet werden. Die Gewerkschaft Verdi hat jetzt die AKW-Betreiber dazu aufgefordert, die Arbeits- und Gesundheitsstandards auch auf Fremdarbeiter auszuweiten, die bisher nicht nur bei der Strahlenbelastung einem wesentlich höheren Risiko ausgesetzt werden.

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