Roland Koch – neuer Vorstandschef von Bilfinger Berger

Roland Koch, der Ende August von seinem Amt als Ministerpräsident Hessens zurück getreten ist, wird jetzt der neue Vorstandschef der Baufirma „Bilfinger Berger„. Dafür hat sich der Aufsichtsrat des Unternehmens einstimmig entschieden. Der ehemalige CDU-Politiker freut sich über diese Berufung. Kritik daran weißt er zurück. In einem Interview gibt er an, dass er diesen Wechsel von einem politischen Amt in die Wirtschaft „sehr gut verantworten“ könne. Die seiner Meinung nach in Deutschland vorhandene Tendenz, Politik und Wirtschaft zu verwechseln wäre kontraproduktiv. Trotzdem wies er noch darauf hin, dass vor seinem Abgang aus der Politik keine Verhandlungen mit der Baufirma statt gefunden hätten. Natürlich ist es schwierig für Politiker, nach einer Tätigkeit im Licht der Öffentlichkeit eine Arbeit zu finden, die ihren Erfahrungen gerecht wird und es ihnen ermöglicht, möglichst unbehelligt zu leben. Ein Zurück in ein „normales“ Leben, so wie sich das viele Wähler wünschen, kann es für einen ehemaligen Prominenten nicht geben. Das aber Wechsel in höhere Positionen der Wirtschaft immer auch mit einem oft exorbitant höherem Gehalt verbunden sind ist zwar unvermeidlich, hinterlässt aber auch einen schlechten Nachgeschmack in der Bevölkerung, da diese Entlohnung nicht aus Altruismus, sondern aus der Hoffnung heraus angeboten wird, dass die während der politischen Laufbahn entstandenen Kontakte sich für die Unternehmen finanziell auszahlen. Eine schwierige Situation, die sich bisher nicht optimal lösen lässt.

Im Falle Kochs scheinen aber zumindest die Anleger keinen ernsthaften Vorteil für das Unternehmen zu erwarten. Nach Bekanntgabe der Aufsichtsratsentscheidung sank der Aktienkurs des Unternehmens zeitweilig um bis zu fünf Prozent.

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